Stadt Pilica
Mit dem Rucksack auf der Adlerhorstroute

Pilica

Pilica im Krakau-Tschenstochauer Jura
Pilica im Krakau-Tschenstochauer Jura

Pilica ist ein charmantes Städtchen im Krakau-Tschenstochauer Jura, in der Woiwodschaft Schlesien, unweit von Zawiercie gelegen. Die Geschichte reicht weit zurück – das Stadtrecht erhielt sie bereits im 15. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind der malerische Marktplatz mit einem klassizistischen Rathaus, das Franziskanerkloster (ehemals Pauliner), die Ruinen des Pilecki-Palastes mit Landschaftspark sowie die idyllische Lage an der Pilica und zwischen den Kalksteinhügeln der Jura.

Anfahrt

Sehenswürdigkeiten in Pilica

Pilica besitzt einen stimmungsvollen Marktplatz, eine historische Kirche (Johannes der Täufer) sowie Reste des alten Stadtgrundrisses. Im 17. Jahrhundert entstand hier ein barocker Palast mit einem schönen Park. Die ruhige Lage inmitten der Juralandschaft macht diesen Ort zu einem idealen Zwischenstopp für Natur- und Kulturliebhaber.

Route der Adlerhorste

Pilica liegt an der Route der Adlerhorste – einer 169 km langen Touristenroute zwischen Tschenstochau und Krakau. Vom Marktplatz in Tschenstochau sind es etwa 90 km, bis zum Endpunkt in Krakau-Krowodrza Górka rund 79 km.

Marktplatz

Der zentrale Marktplatz begeistert mit seiner gemütlichen Bebauung und einer ruhigen Atmosphäre – ideal für einen Spaziergang oder eine Pause.

Palast von Pilica

Der neorenaissance Palast mit einem zehn Hektar großen Park entstand zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert und zählt zu den kulturellen Highlights der Stadt.

Umgebung

Rund um Pilica finden sich Kalksteinfelsen, Höhlen und Wälder – ein Paradies für Wanderer, Fotografen und Naturliebhaber. Das Städtchen liegt in der Nähe der Burgruinen von Smoleń und Ogrodzieniec.

Burg Pilcza in Smoleń

Die Burg Pilcza wurde vermutlich im 13. Jahrhundert errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde sie ausgebaut, jedoch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verlassen und verfiel zur Ruine.

Geschichte von Pilica

Pilica blickt auf eine bemerkenswert lange und bewegte Geschichte zurück. Erste Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Urgeschichte – am Fuße des Biśnik-Felsens bei Smoleń wurden prähistorische Funde entdeckt. Das Stadtrecht erhielt Pilica vermutlich im Jahr 1393 auf Initiative von Jadwiga Pilecka, geb. von Melsztyn. Bereits zuvor existierte das ältere Dorf „Stara Pilica“, das bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Im Laufe der Jahrhunderte war Pilica Schauplatz zahlreicher dramatischer Ereignisse – von schwedischen Invasionen bis hin zur Beteiligung der Bevölkerung an nationalen Aufständen.

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📌 Urgeschichte – Mittelalter
  • Besiedlungsspuren aus dem Paläolithikum (Höhlen bei Smoleń).
  • 13. Jh. – slawische Wallburg auf dem Smoleń-Hügel.
  • 1297 – Erwähnung der Burg Pilica, erobert von Wenzel II. von Böhmen.
  • 1325 – erste schriftliche Erwähnung von Pilica (Pfarrer Paweł).
  • 14. Jh. – Besitz der Familien Topór und später Pilecki.
  • 1393 – vermutliche Stadtrechtsverleihung durch Jadwiga von Melsztyn, Witwe von Otto von Pilcza.
🏰 Blütezeit unter den Jagiellonen
  • Elżbieta von Pilcza, Tochter von Otto und Jadwiga, wurde Königin von Polen und Ehefrau von Władysław II. Jagiełło.
  • Stadtausbau nach Magdeburger Recht mit Marktplatz, Badehaus und Handelshaus.
⚔️ Kriege und Zerstörungen
  • 1587 – Zerstörung durch Truppen von Maximilian Habsburg.
  • 1655 – Schwedische Sintflut: Stadt und Burg verwüstet, Wiederaufbau durch Stanisław Warszycki.
  • 1705 – erneute Verwüstungen während des Nordischen Krieges.
💠 Teilungen Polens und Verlust der Stadtrechte
  • 1794 – unter preußischer Herrschaft, später Teil des Herzogtums Warschau.
  • 1815–1918 – Kongresspolen, Kreis Pilica.
  • 1863 – aktiver Beitrag zum Januaraufstand, Repressionen und Deportationen nach Sibirien.
  • 1870 – Aberkennung der Stadtrechte.
⚰️ 20. Jahrhundert: Kriege, Besatzung und Neubeginn
  • Erster Weltkrieg – Aktivitäten der Polnischen Militärorganisation, Kämpfe in den Legionen.
  • Zweiter Weltkrieg – Deportation von ca. 2.000 Juden, Widerstand durch Heimatarmee, Bauernbataillone und Volksarmee.
  • 1945 – Befreiung der Stadt.
  • 1994 – Wiederverleihung der Stadtrechte.
🗺️ Verwaltungszugehörigkeit im Wandel
  • Bis 1795 – Kleinpolen, Woiwodschaft Krakau.
  • 1918–1945 – Woiwodschaft Kielce, Kreis Olkusz.
  • 1945–1975 – Woiwodschaft Krakau.
  • Seit 1999 – Woiwodschaft Schlesien, Kreis Zawiercie.
🕍 Baudenkmäler und Kulturerbe
  • Mittelalterliche Burg in Smoleń.
  • Renaissanceresidenz in Pilica (17. Jh.).
  • Franziskanerkloster, jüdischer Friedhof, zerstörte Synagoge.

Auf der Route der Adlerhorste – Etappe von Podzamcze nach Pilica

Die nächste Etappe unserer Wanderung auf der Adlerhorstroute (Szlak Orlich Gniazd) begannen wir früh am Morgen mit dem Aufbruch von unserer Unterkunft in Podzamcze. Die Strecke nach Pilica dauerte knapp zwei Stunden. Bereits gegen 7:00 Uhr machte ich die ersten Aufnahmen der Burg Ogrodzieniec, und um 9:00 Uhr erreichten wir Pilica.

Der Weg erwies sich als anders als erwartet – statt einer offensichtlichen Route führte er uns durch weniger bekannte, aber äußerst interessante Orte. Nach Pilica gelangten wir über die Rückseite des Palastes der Familie Pilecki, wobei wir unterwegs den Aufstandshügel von 1863, gelegen auf alten Verteidigungswällen, sowie die historische Kirche des hl. Johannes des Täufers und des hl. Johannes des Evangelisten passierten.

Nach einer kurzen Pause auf dem Marktplatz von Pilica – bei Kaffee und Eis – setzten wir unseren Weg in Richtung Wodąca-Tal fort, einem der malerischsten Abschnitte der Krakau-Tschenstochauer Jura.

Felsen in Podzamcze

Góra Zamkowa und Cimy
Góra Zamkowa und Cimy

Der Berg Góra Zamkowa (auch Janowski-Berg genannt) ist die höchste Erhebung des Krakau-Tschenstochauer Jura. Sein Gipfelpunkt – der Felsen 504 (Czubata) – erhebt sich auf 515,5 m ü.d.M. In östlicher Richtung erstreckt sich ein mächtiger Felsgrat mit den zwei markantesten Felsen von Podzamcze – Mała und Wielka Cima. Diese wurden von den ersten Kletterpionieren benannt, die sofort eine Ähnlichkeit zu den berühmten Tre Cime di Lavaredo in den Dolomiten erkannten. Die Kletterrouten auf diesen Felstürmen gehören zu den anspruchsvollsten der Region. Podzamcze ist heute eines der beliebtesten Klettergebiete Polens – mit über 300 Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, wobei die schwierigeren dominieren.

Geschichte des Kletterns in Podzamcze

Die Erkundung der Felsen von Podzamcze begann um 1956 durch Zdzisław Dziędzielewicz. Die ersten Besteigungen erfolgten meist ohne Sicherung oder mit Hanfseilen. In den 60er Jahren war die Kletteraktivität noch begrenzt. Erst in den 70er Jahren, durch Wojtek Kurtyka, begann eine intensive Erschließung. Kurtyka eröffnete einige – für damalige Verhältnisse – extrem schwierige Routen, z. B. „Elektromontaż“ VI.3+ an der Nordostwand des Felsens „Niedźwiedź“.

In den 80er Jahren formierte sich eine Gruppe junger, ehrgeiziger Kletterer: Piotr Korczak, Andrzej Marcisz, Dariusz Sokołowski, Waldemar Podhajny und Grzegorz Zieliński erschlossen neue, anspruchsvolle Linien auf Felsen wie Gołębnik, Cimy, Adept, Zakonnik, Suchy Połeć und Góra Birów.

Anfang der 90er Jahre kamen neue Namen und neue schwierige Routen hinzu. Auch lokale Kletterer begannen nun, das Gebiet aktiv zu erkunden. Heute erlebt Podzamcze eine Renaissance – neue (auch leichtere) Routen entstehen, und alte werden renoviert und neu gesichert.

Aufstandshügel

Palastmauern entlang der Adlerhorst-Route
Palastmauern entlang der Adlerhorst-Route

Der Aufstandshügel wurde auf den ehemaligen Palastwällen errichtet. Die Einwohner von Pilica schütteten ihn auf, um ihrer in den Januaraufstand von 1863 gefallenen Angehörigen zu gedenken – viele konnten deren Gräber nicht besuchen.

Aufstandshügel von 1863
Aufstandshügel von 1863

Kirche St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist

Kirche St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist
Kirche St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist

Weiter auf unserem Weg erreichen wir eine der Hauptstraßen am Marktplatz, wo sich die Kirche St. Johannes der Täufer und St. Johannes der Evangelist befindet. Ihre Gründung geht auf Jadwiga, die Gründerin von Pilica, zurück. Nach ihrem Tod kümmerte sich ihre Tochter Elżbieta – Tochter von Otto und Ehefrau von König Władysław Jagiełło – um die Kirche und stattete sie reichlich aus. Am 12. April 1422 erhob Bischof Zbigniew Oleśnicki die Kirche zur Propstei. Neben der Kirche steht ein spätbarocker gemauerter Glockenturm aus dem späten 18. Jahrhundert, ursprünglich aus Holz errichtet. Er besitzt vier Fenster, aus denen der Klang von drei Glocken ertönt. Die Kirche ist reich im barocken und rokoko Stil ausgestaltet und enthält zahlreiche Grabdenkmäler und Epitaphe.

Die Kirche ist reich ausgestattet und wird von vier Kapellen umgeben.

Die gotische St.-Anna-Kapelle (Pilecki und Warszycki) besitzt ein Kreuzrippengewölbe und einen barocken Altar. Die barocke St.-Josef-Kapelle mit Tonnengewölbe, barockem Altar, Stuckverzierungen und spätbarocker Polychromie ist ein herausragendes Werk der sakralen Kunst und Architektur. Die Grabkapelle der Padniewski-Familie hat eine mit Wawel inspirierte Kuppel, in der ein wertvolles Kupfergemälde hängt, das Christus beim Heilen eines Kranken zeigt. Die Kapelle des Herrn Jesus enthält einen barocken Altar, ein gotisches Kruzifix sowie Statuen der Muttergottes, des heiligen Johannes, der hl. Veronika und des Longinus.

Besonders bemerkenswert ist der gotische Hauptaltar mit einer Darstellung der Muttergottes mit dem Jesuskind. Darüber befindet sich eine Skulptur Gottvaters, flankiert von Figuren der beiden Namenspatrone Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist. Nördlich angrenzend steht die Sakristei, außen mit Attika geschmückt, auf der sich die Wappen ehemaliger Besitzer von Pilica befinden.

Die barocke Orgelempore ist mit vergoldeten Medaillons verziert – darunter König David, die hl. Cäcilia, Maria Sobieska von den Wesslów und Padniewski. Sie wurde 1884 von Stanisław Swarczyński aus Warschau geschaffen.

Der Marktplatz von Pilica – das Herz der mittelalterlichen Stadt

Der Marktplatz von Pilica ist der bedeutendste Platz der Stadt. Er wurde im 14. Jahrhundert im Zuge der Stadtgründung nach Magdeburger Recht angelegt. Der heutige Adam-Mickiewicz-Platz hat eine trapezförmige Gestalt. Seine Struktur – mit Straßen, die von den Ecken des Platzes ausgehen – ist seit dem Mittelalter nahezu unverändert erhalten geblieben. Einst befand sich hier das Rathaus, dessen Fundamente im Jahr 2000 entdeckt wurden. Inzwischen wurde es rekonstruiert und der gesamte Platz revitalisiert. Früher standen rund um das Rathaus Marktstände, die jedoch im 20. Jahrhundert vollständig entfernt wurden. Heute befindet sich im restaurierten Rathausgebäude eine Bibliothek, und etwas weiter steht ein überdachter Ziehbrunnen.

Marktplatz in Pilica, heutiger Adam-Mickiewicz-Platz
Marktplatz in Pilica, heutiger Adam-Mickiewicz-Platz

Über viele Jahrhunderte hinweg wurde auf dem Marktplatz reger Handel betrieben – bis ins 20. Jahrhundert existierten hier Marktstände, deren letzte Spuren damals beseitigt wurden. Rund um den Platz sind Bürgerhäuser im Stil der Spätrenaissance sowie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erhalten geblieben. Zahlreiche Brände zerstörten ältere Bausubstanz, sodass die heute sichtbaren Gebäude oft aus späterer Zeit stammen. Der ursprüngliche Stadtgrundriss mit vier aus den Ecken des Platzes führenden Straßen prägt weiterhin das Stadtbild.

Rekonstruiertes Rathaus in Pilica, 2014
Rekonstruiertes Rathaus in Pilica, 2014

Im 17. Jahrhundert stürzte das Rathaus in Pilica ein. Dies geschah vermutlich während der Wirren der Schwedischen Sintflut, was archäologische Untersuchungen im Jahr 2000 bestätigten. Dabei wurden die Fundamente des ehemaligen Rathauses freigelegt. Diese wurden zunächst mit weißen Steinen markiert, um den historischen Verlauf des Gebäudes sichtbar zu machen. Im Jahr 2013 wurden unter zahlreichen Relikten aus dem alten Rathaus auch die Glocke entdeckt, die einst auf dem Rathausturm hing. Sie trägt die Inschrift „1597”. Im Jahr 2014 begann die Rekonstruktion des historischen Gebäudes. An seiner Stelle steht heute ein kleiner gemauerter Bau mit hölzernen Decken und einer Außentreppe. Er dient als lokales Kultur- und Tourismuszentrum. Über der Eingangstür im Erdgeschoss befindet sich eine Tafel, die auf die Stadtbibliothek von Pilica hinweist.

Überdachter Ziehbrunnen auf dem Marktplatz von Pilica
Überdachter Ziehbrunnen auf dem Marktplatz von Pilica

Auf dem Marktplatz befindet sich ein restaurierter, überdachter Stadtbrunnen – ein harmonisches architektonisches Element, das die Blicke der Besucher auf sich zieht und ein historisches Flair vermittelt. Auch für mich war es ein angenehmer Moment der Ruhe im Schatten des Brunnendachs, bevor ich meine Wanderung fortsetzte.

Heute dient der Marktplatz als Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Hier laden gemütliche Cafés zum Verweilen ein, und in der Sommersaison finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und historische Inszenierungen statt. Ein idealer Ort für eine kleine Pause auf dem Weg entlang der Adlerhorstroute – bei einer Tasse Kaffee, einer Portion Eis oder beim Besuch der Ausstellungen im historischen Rathaus.

Na Szlaku Orlich Gniazd

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Die Route der Adlerhorste

Das Reisebuch "Auf der Route der Adlerhorste. Geheimnisse des Krakau-Tschenstochauer Jura" erzählt die Geschichte der Burgen und ihrer Ruinen entlang der historischen Route, die in Südpolen zwischen Krakau und Tschenstochau verläuft. Die meisten dieser Burgen wurden im 13. Jahrhundert errichtet und dienten der Verteidigung der Staatsgrenze. Ihre malerische Lage inmitten von Kalksteinfelsen machte sie einst schwer zugänglich.

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Szlak Orlich Gniazd

Das Buch erzählt von den Geheimnissen und der Geschichte der Burgen, Festungen und Ruinen, die entlang der Adlerhorstroute liegen.

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Schloss Pilica – Verfallene Schönheit in der Krakau-Tschenstochauer Jura

Der Haupteingang zum Schloss Pilica liegt etwas abseits der bekannten Adlerhorstroute (Szlak Orlich Gniazd). Besucher, die das Gelände des Schlossparks erkunden möchten, werden von einem Warnschild abgehalten, das auf freilaufende Hunde und ein Betretungsverbot hinweist. Ob diese Hunde tatsächlich ohne Leine unterwegs sind, bleibt unklar – ebenso wie die Zukunft dieses einst prachtvollen Anwesens. Leider verfällt das historische Schloss zunehmend. Ein ähnliches Schicksal ereilt auch das Raczyński-Schloss in Złoty Potok, das ebenfalls auf eine Lösung komplizierter Eigentumsverhältnisse wartet. Trotz allem konnte ich bei meinen Wanderungen durch die Jura eindrucksvolle Fotos dieses geschichtsträchtigen Bauwerks machen.

Ansicht des Schlosses Pilica vom Park aus
Ansicht des Schlosses Pilica vom Park aus

Das Schloss Pilica gehört zu den bedeutendsten historischen Anwesen im Gebiet von Olkusz. Die Ursprünge gehen auf das Jahr 1602 zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss mehrfach umgebaut – unter anderem im italienischen und französischen Stil. Im 19. Jahrhundert wurde hier Maria Epstein geboren, eine Pionierin der polnischen Krankenpflege.

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss als Waisenhaus und Erziehungsanstalt. 1990 übernahm Barbara Piasecka-Johnson das Anwesen, doch ihre Renovierungsarbeiten wurden durch langwierige Erbstreitigkeiten gestoppt.

Brunnen von 1962 vor dem Schloss Pilica
Brunnen von 1962 vor dem Schloss Pilica
Zentralansicht auf Balkon und Terrasse mit zwei mythologischen Sphingen
Zentralansicht auf Balkon und Terrasse mit zwei mythologischen Sphingen

Das Schloss und der Park befinden sich heute in einem bedauerlichen Zustand und benötigen dringend eine umfassende Renovierung. Reste der Gartenanlagen im englischen, italienischen und französischen Stil sind noch sichtbar. Vor dem Haupteingang steht ein Brunnen aus dem Jahr 1962, entworfen vom Künstler Bolesław Chromy.

In den letzten zwei bis drei Jahren scheint sich der Zustand des Anwesens weiter verschlechtert zu haben. Der Park wurde einst durch Erdwälle eingefasst und war kunstvoll gestaltet. Vom Zentrum aus bietet sich ein Blick auf einen Balkon mit Terrasse und zwei Sphingen. Gibt es noch Hoffnung für dieses einzigartige Schloss- und Parkensemble?

Ausführliche Geschichte des Schlosses Pilica

Der Bau des Schlosses begann im Jahr 1602 unter Wojciech Padniewski. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde es unter Jerzy Zbaraski in eine Villa im italienischen Stil mit Arkadengang umgebaut. Später ließ Stanisław Warszycki eine mächtige Befestigungsanlage mit Bastionen und Wassergraben errichten, die 1655 kurzzeitig von den Schweden eingenommen wurde.

Im 18. Jahrhundert modernisierte Maria Sobieska das Schloss im französischen Stil. Ihr Neffe Teodor Wessel legte einen 10 ha großen Park an. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage mehrfach umgestaltet – unter anderem von Christian August Moes und Leon Epstein, der das Schloss mit Ziegeln verkleidete und mit Türmchen versah. Hier wurde auch Maria Epstein geboren, die später als Dominikanerin Schwester Magdalena Maria bekannt wurde. Derzeit läuft ihr Seligsprechungsprozess in Rom.



Die Legende der Weißen Dame von Pilica

Die Geschichte des Palastes in Pilica lässt einen nicht los – denn über sie wacht die Weiße Dame, ein schützender Geist, der keine Entweihung der einstigen Residenz duldet.

Man sagt, dass man mit etwas Glück und in völliger Stille die zarte Gestalt einer Frau erblicken kann – feine Pantöffelchen, ein wehendes weißes Kleid, ein Blick, der in die Ferne schweift. Würdevoll schreitet sie durch den Park auf den Teich zu, als würde sie einem Geliebten entgegengehen. Diese Legende der Weißen Dame von Pilica wird seit 300 oder gar 400 Jahren von Generation zu Generation weitergegeben – abends im Kerzenschein erzählt, wie ein Schatz der Region.

So soll es gewesen sein:

Vor langer Zeit stand auf einem Hügel im Westen von Pilica, nahe der Flussschleife, ein prachtvoller Renaissancepalast. Im Sommer schlenderte eine junge Frau – die Tochter des Gutsherrn – durch die von Linden gesäumte Allee. Sie hatte dunklen Teint, ein strahlendes Lächeln und ihr Herz gehörte einem armen, aber edlen Schuhmacher aus dem Ort. Ihre Liebe war rein und stark – doch musste sie geheim bleiben. Ihr Vater hätte eine Verbindung mit einem Mann niederer Herkunft nie akzeptiert.

Ihre heimlichen Treffen in der Nacht wurden von einer wachsamen Zofe entdeckt, die das Geheimnis verriet. Der erzürnte Vater – fest entschlossen, seine Tochter reich zu verheiraten – sperrte sie in einen Turm und ließ ihr nur einmal am Tag Essen bringen. Er wollte sie von dieser Liebe abbringen. Doch das Herz der jungen Frau war unerschütterlich – geschwächt und voller Sehnsucht entschloss sie sich zur Flucht.

Aus Bettlaken flocht sie ein Seil und ließ sich aus dem Turmfenster hinab. Es war eine mondlose Nacht, der Boden feucht vom Tau. Blindlings lief sie in die Dunkelheit – und übersah einen alten Brunnen, verborgen im Gras. Ohne Schrei, ohne Zeugen – stürzte sie hinein. Am nächsten Morgen fand der Gärtner ihre leblose Gestalt.

Am Ort der Tragödie wurde eine Marienstatue errichtet – angeblich mit Gesichtszügen der verstorbenen jungen Frau. Der Schuhmacher, vom Schmerz überwältigt, starb kurz darauf. Seither wandert der Geist der jungen Frau – in einem weißen Kleid, so leicht wie Morgendunst – durch den Schlosspark. Um Mitternacht begibt sie sich zum Teich, wo sich gelegentlich auch die Erscheinung des Jungen zeigt. Ihre Begegnungen dauern nur einen Augenblick – wie ein Seufzer des Schicksals über eine Liebe, die nie erfüllt wurde.

So endet diese Sage – eine Geschichte von einer Liebe, die stärker war als die Zeit, und von Geistern, die sich auch im Tod noch suchen – im Schatten des Palastes von Pilica.

Die Geschichte des Palastes von Pilica gerät nicht in Vergessenheit – darüber wacht die Weiße Dame, ein schützender Geist, der jede Schmach an der einstigen Residenz verhindert.

Man sagt, dass man mit etwas Glück eine flüchtige Gestalt in wallendem Weiß sehen kann, wie sie sich dem Teich nähert – dort, wo sie einst auf ihren Geliebten wartete.

Einst stand auf dem Hügel ein Palast, in dem die Tochter des Besitzers lebte. Ihr Herz gehörte einem armen Schuster – eine Liebe, die nicht sein durfte.

Als der Vater das Geheimnis entdeckte, sperrte er seine Tochter in ein Zimmer. Von Sehnsucht getrieben, entschloss sie sich zur Flucht – in der Nacht, am Fenster, an einem Seil aus Bettlaken.

Im Dunkel der Nacht bemerkte sie den versteckten Brunnenschacht nicht. Am Morgen fand der Gärtner ihren leblosen Körper. Kurz darauf starb auch ihr Liebster – aus Kummer.

Seitdem, so erzählt die Legende, wandelt ihr Geist in weißem Gewand durch den Park. Kurz vor Mitternacht geht sie zum Teich – dort begegnet sie dem Schatten des Jungen.

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Burg Pilcza – Auf der Route der Adlerhorste

Nach dem Erkunden der Sehenswürdigkeiten der Stadt und einer kurzen Verschnaufpause setzen wir unseren Weg in Richtung Smoleń fort. Dort, auf einem Kalksteinhügel, verborgen zwischen Grün und Stille, liegen die malerischen Ruinen der Burg Pilcza.

Diese Festung, ein Teil der berühmten Route der Adlerhorste (polnisch: Szlak Orlich Gniazd), wurde im 14. Jahrhundert als Teil eines Verteidigungssystems an den Grenzen des Königreichs Polen errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte sie mehrfach den Besitzer, gehörte unter anderem dem mächtigen Adelsgeschlecht der Toporczyk und später den Pilecki – mit Letzteren verbindet sich die Gestalt von Elżbieta Granowska, der späteren Königin Polens und dritten Ehefrau von Władysław Jagiełło.

Heute ist die Burg eine eindrucksvolle Ruine – mit einem rekonstruierten Aussichtsturm, von dem aus sich ein atemberaubender Blick auf die Krakau-Tschenstochauer Jura bietet. Im Winter von Schnee bedeckt, im Frühling in sattem Grün versteckt, im Sommer vom Kalkstein aufgeheizt und im Herbst in goldenes Laub getaucht – zu jeder Jahreszeit zieht sie Besucher, Fotografen und Geschichtsinteressierte an.

Die Burg Pilcza ist nicht nur ein Baudenkmal, sondern auch ein Fragment der Geschichte – von königlichen Romanzen, ritterlichen Duellen und den Herausforderungen des Lebens an der Grenze. Wer durch die Ruinen wandert, sollte für einen Moment die Augen schließen und sich vorstellen, wie einst das Echo der Wachen über die steinernen Mauern hallte.

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